Startpunkt | 07.02.2021

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. – Hebräer 3,15


Da ist man so gut in Fahrt, findet auf Anhieb unwiderlegbare Argumente, ist rhetorisch unschlagbar, spricht mit ruhiger und fester Stimme (obwohl man innerlich immer unruhiger wird) doch die Person, mit der man sich auseinandersetzt, ist unerreichbar. Da kann man sagen was man will und es noch so gut meinen, die Haltung des anderen bleibt halsstarrig, stur, unbeugsam, störrisch … verstockt. Vielleicht kennst du diese Situation.

Wenn Gott zu uns redet, wünscht er sich ein offenes Herz in das er sprechen kann. Ein verstocktes Herz ist eine undurchdringbare Mauer, die es unmöglich macht zueinander zu kommen.

Zurückblickend in meine persönliche Vergangenheit frage ich mich, wie oft Gott wohl auf mein verstocktes Herz getroffen ist oder wie oft ich sein Reden nicht einmal gehört habe.
Momente, in denen ich Gottes Stimme tatsächlich wahrgenommen habe kommen mir in den Sinn – die sind sofort abrufbar. Vielleicht weil ich ein offenes Herz hatte und Gott hineinschreiben konnte?

Es muss Anfang der 90er Jahre gewesen sein, als ich in Stuttgart Joni Eareckson Tada hören konnte. Ein Abend an dem ich Gottes Stimme hörte durch diese Frau, die dort im Rollstuhl auf der Bühne saß. Bei anderen Gelegenheiten war es eine gute Freundin, der Pastor im Gottesdienst, der Autor eines Buches, eine Bibelstelle, oder ein Lied. Gott spricht zu uns in unterschiedlichsten Formen.

Warum kommt mir dieser Abend in Stuttgart in den Sinn? Ich glaube, weil bei mir Lieder am längsten nachklingen. Ein Stichwort – und ein Lied kommt an die Oberfläche; Gott redet und berührt mich aufs Neue.
“Wenn du redest” hab ich an diesem Abend in Stuttgart das erste Mal gehört:

Wenn du redest, dann schweigen die Gedanken und ruhen aus vor dir.
Wenn du redest, dann fehlen mir die Worte und versiegen meine Pläne eine Zeit lang.
Wenn du redest, dann hebt sich mancher Schleier, der mir den Blick getrübt.
Wenn du redest, dann klärn sich wie von selber meine Maße für das Große und das Kleine.
Wenn du redest, dann lern ich neu zu sehen, womit du mich beschenkst.
Wenn du redest, dann werd ich einfach dankbar für den Reichtum meines Lebens, der von dir kommt.
Wenn du redest, dann schweigen die Gedanken und ruhen aus vor dir.

Ich wünsche dir eine gesegnete Woche und dass du dein Herz weit aufmachst, wenn du seine Stimme hörst.

Kerstin Offermann

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