Monatsspruch Oktober 2020

Foto: U. Wosylus, Volksfest Neumarkt

»Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl.« – Jeremia 29,7

Diese Aufforderung Gottes an sein Volk geschah in einer mehr als herausfordern-den Situation Israels. Die eigene Stadt Jerusalem war zerstört, das Volk in die babylonische Gefangenschaft unter der Fremdherrschaft des Feindes weggeführt.

Israel: besiegt, heimatlos, trauernd, ohnmächtig, hoffnungslos! Die Klagelieder des Jeremia geben ein Zeugnis vom Gemütszustand der Gedemütigten!

In dieser Verfassung ruft Gott sein Volk auf: Gebt euer Bestes für die Stadt des Feindes! Und betet für sie!

Mit anderen Worten: Bleibt nicht in eurer Resignation stecken! Bleibt nicht passiv und gelähmt am Boden liegen! Steht auf, bringt euch mit euren Gaben und Kompetenzen mit ein für die Stadt und die fremde Bevölkerung. Betet für sie und segnet sie!

Zeigt eurem feindlichen Umfeld, dass ihr ein Volk mit Hoffnung und einem lebendigen Gott an eurer Seite seid!

Genau dieses versichert Gott seinem Volk einige Verse weiter: »Denn ich weiß wohl, welche Gedanken ich über euch habe: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.« – Jeremia 29, 11

Gott schenkt mit seinen Worten eine Anleitung für das Leben in der Krise. 

Eine Anleitung, die auch für uns Christen in der weltweiten Corona-Krise wegweisend sein kann:

  • Uns nicht von der Angst und Ungewissheit lähmen lassen.
  • Nicht den Rückzug in die private Isolation antreten.
  • Hoffnung verbreiten, weil unser Gott uns Hoffnung und Zukunft gibt.
  • Gemäß dem benediktinischen Motto leben: »Ora et laboro« (»Bete und arbeite«).
  • Das Leben soll mit Gottes Hilfe in der Krise gestaltet werden. Nicht erst nach der Krise.

Wir dürfen uns von Gott zeigen lassen: Was ist jetzt dran? Was ist mein und unser Beitrag für das Beste der Stadt und unserer in ihr lebenden Mit-Menschen? Wofür kann ich regelmäßig beten?

Was möchte Gott durch mich/uns in der gegenwärtigen Krise ausrichten?

Und bei allen Fragen und Zweifeln dürfen wir wissen: Gott hält unser persönliches Leben und die Geschichte und Zukunft unserer Welt in seiner guten Hand.

ER wird mit seiner Welt zum Ziel kommen. Wir dürfen ihm vertrauen!

Dieses Gottvertrauen wünsche ich Ihnen und euch,

Pastor Ulrich Wosylus

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