Monatsspruch August 2020

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Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. – Psalm 139, 14

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139,14

Der ganze Psalm 139 ist eine einzigartige Anbetung Gottes als unser wunderbarer Schöpfer, der uns vom Tag unserer Entstehung bis zum letzten Atemzug sieht, begleitet, versteht und kennt. Alles, was Gott geschaffen hat, ist dabei nur ein Abglanz und Zeugnis seiner Herrlichkeit, Kreativität und Schöpfermacht.

Er – unser Gott – ist also im Mittelpunkt dieses Psalms. Und nicht wir oder seine Werke.

Unser Monatsspruch könnte dazu verleiten, uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen: welche Fähigkeiten wir Menschen haben im Gegensatz zu allen anderen geschaffenen Wesen. Welche Leistungen wir vollbracht haben, welche Genialität (Supertalente) bestimmte Menschen aufweisen.

Zugleich aber könnte dieses Bibelwort Widerspruch und Zweifel aufkommen lassen: was ist mit all den »normalen« Menschen, was ist mit mir, der ich so viele Makel an mir trage, so viel Unvollkommenes an mir feststelle?  Was ist mit meinen Gebrechen, Schwachheiten, Unfähigkeiten, Begrenzungen, mit meiner Krankheit oder körperlichen Eingeschränktheit?

Es gibt so Vieles an anderen und mir, dass so gar nicht nach »wunderbar gemacht« aussieht!

Alles wunderbar? Mitnichten!

König David, der diesen Psalm verfasst hat, geht es bei näherem Hinsehen gar nicht um die wunderbaren menschlichen Vorzüge oder die seiner eigenen Person (die ihn dann zur Anbetung Gottes treiben).

Er staunt über das Wunder des Lebens an sich, über Gott, und über die Weise, wie Gott ihn und jeden Menschen geschaffen hat. Das alles gibt zur Verwunderung Anlass (so das treffendere Verständnis von »wunderbar«).

Und diese Verwunderung treibt in die Anbetung und Ehrfurcht Gottes.

Menschen sprechen heute vom »Wunder der Natur«, vom »Wunder des Zufalls« oder schieben all das Unerklärliche und Staunenswerte auf die Evolution.

Der Glaubende aber »erkennt«, dass all das Wunderbare auf dieser Welt von Gott – unserem allmächtigem, allwissenden und allgegenwärtigen Schöpfer – gemacht wurde.

Ich selbst bin daher nicht nur Zufall und ein kleines, unbedeutendes Rädchen im Getriebe dieser großen Welt, sondern wertvolles, wunderbares und geliebtes Gegenüber meines Gottes, der mich persönlich geschaffen hat (Vers 13!).

Dafür kann ich dankbar sein und das ist der Grund, immer wieder zu staunen und Gott anzubeten!

Ulrich Wosylus