Immer | Zweifeln und Staunen.

Zweifeln und Staunen. – So lautete das Motto von ProChrist 2013 mit Ulrich Parzany. Vor 8 Jahren haben wir uns um diese Zeit intensiv auf ProChrist vorbereitet. Ich kann mich noch gut an die Dekoration erinnern, besonders an die Unmengen von Stoff und die aufwendige Tischdeko.

Für den Gemeindebrief habe ich damals einen Impuls verfasst, der heute noch genauso aktuell ist wie damals.

#ZWEIFELN. Habe ich den richtigen Beruf gewählt? Ist mein Partner der Richtige für mich? Bin ich hübsch genug? Bin ich intelligent genug? Bin ich auch überall beliebt? Kann das wahr sein, was in der Bibel steht? Ist Gott wirklich allmächtig? Warum greift Gott nicht ein, wenn ich krank werde oder wenn es mir schlecht geht? – Wir alle zweifeln in unserem Leben und an unserem Glauben. Manche mehr, manche weniger…

Die bekanntesten Zweifler der Bibel sind wohl Petrus und Thomas. Petrus und Thomas waren Jünger. Sie kannten Jesus persönlich und durften Tag für Tag Zeit mit ihm verbringen. Und trotzdem zweifelten sie.

Wir kennen die Geschichte von Petrus der Jesus auf dem See Genezareth auf dem Wasser laufen sieht (Matthäus 14, 22-33). Petrus will es auch versuchen und traut sich sogar aus dem Boot hinaus auf das Wasser. Erst klappt auch alles, doch dann kommen ihm Zweifel und er droht im Wasser zu versinken. Jesus rettet ihn, fragt ihn aber auch, warum er gezweifelt hat.

Auch Thomas zweifelt und möchte Beweise sehen (Johannes 20, 24-28). Er ist nicht dabei als die Jünger den auferstandenen Jesus sehen und glaubt ihnen nicht, als sie ihm davon erzählen. Er will es mit eigenen Augen sehen. Jesus ist auch für ihn da. Er zeigt sich noch einmal und lässt Thomas sogar den Finger in die Wundmale legen. Thomas erkennt Jesus und legt alle Zweifel ab.

Jesus kanzelt uns nicht ab, wenn wir zweifeln. Er hilft uns, sagt uns aber auch deutlich, dass Zweifel bei ihm nicht nötig sind. Trotzdem zweifeln wir immer wieder. Ein Plädoyer für alle Zweifler gibt es im Judasbrief 22. Dort steht „Und erbarmt Euch derer, die zweifeln.“

Wir alle zweifeln einmal. Wir sollten uns also nicht über zweifelnde Menschen erheben, sondern ihnen helfen. Oft zweifeln Menschen an dem, was Jesus für sie tun kann. Und diese Zweifel halten sie davon ab, Jesus völlig zu vertrauen oder ihr Leben überhaupt mit Jesus zu leben. Wir können diesen Menschen über ihre Zweifel hinweghelfen. Ihnen zeigen, wie groß Gottes Liebe ist. Dass Jesus der ist, der Sünden vergibt und Frieden bringt. Zweifel ausräumen. Das geht, indem wir ihnen zeigen, wie wir leben, wie wir mit Zweifeln umgehen und indem wir ihnen Jesus vorstellen.

#STAUNEN. Staunen bedeutet, dass wir etwas mit großer Verwunderung wahrnehmen. Oft haben wir es als Erwachsene verlernt noch richtig zu staunen.

Unser Sohn Noah ist jetzt knapp 6 Monate alt und staunt über alles. Raschelndes Papier, Lichter am Weihnachtsbaum, Klappern von Besteck… Das alles bringt ihn zum Staunen. Seine Augen werden groß, er hält inne, wird ganz ruhig und schaut genau hin. – Anmerkung: Inzwischen ist Noah 8 Jahre alt und hat das Staunen zum Glück noch nicht verlernt.

Auch ich habe nicht schlecht gestaunt als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal in Australien war. Ich habe innegehalten und habe gestaunt über die Weite und die Schönheit der Landschaft und war fasziniert davon, wie wundervoll und großartig Gott unsere Erde erschaffen hat.

Am meisten gestaunt habe ich allerdings, als ich mit 16 Jahren erfahren durfte, dass es möglich ist eine Beziehung mit Jesus zu haben. Ich war erstaunt, dass es jemanden gibt, der mich liebt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Ich denke, dass ist eines der größten Geschenke die wir empfangen können: Bedingungslose Liebe! Ohne Leistungsdruck! Wir haben einen Gott, der keine Gegenleistung für seine Liebe erwartet. Allein das kann schon zum Staunen bringen!

Lasst uns also mithelfen, Menschen vom Zweifeln zum Staunen zu bringen und lasst uns die Möglichkeiten, die wir dafür haben, nutzen. Sei es durch ein persönliches Gespräch, eine Einladung zum Gottesdienst, zum Hauskreis oder ganz modern durch eine WhatsApp-Nachricht mit dem Link zu einer Predigt oder einem Impuls der für uns wertvoll war.

Damit aus Zweiflern Staunende werden!

Sabrina Bauer

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